Am vergangenen Samstag (23.05.2020) haben wir im Schlossgarten Osnabrück unsere Kundgebung zu Ehren des Grundgesetzes abgehalten.

Wir hatten ab 11.00 Uhr unter blauem Himmel begonnen, unseren Platz zu schmücken. Um 12.15 Uhr haben wir dann die Veranstaltung eröffnet. Anfangs waren lediglich ein paar „Omas gegen rechts“ anwesend, die mit kleinen Bannern von abseits uns beobachteten. Doch mit der Zeit wurde der Gegenprotest größer und größer.

Beim Verlesen der Versammlungsauflagen konnte ich teilweise auf die unlogischen Gesetze hinweisen, die wir bei unserer Kundgebung beachten mussten. Während wir einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten mussten, brauchten die Gegendemonstranten im „öffentlichen Umfeld“ nur 1,5 Meter einzuhalten, und während wir gezwungen waren Mund- und Nasenschutz zu tragen, brauchten die Anderen dieses nicht umzusetzen.

Ich stellte öffentlich die Frage, ob das Corona-Virus wohl in unserem abgesperrten Bereich gefährlicher sei als außerhalb. Diese Frage blieb natürlich unbeantwortet. Nach dem Verlesen der Auflagen habe ich einige Worte zum Grundgesetz verkündet, so auch einen Hinweis auf die AfD, die dieses mit allen rechtlich möglichen Mitteln verteidigen und erhalten wolle.

Es war äußerst anstrengend, mit Mundschutz und Megaphon fließende Sätze in angebrachter Lautstärke kundzutun, da das Atmen unter einer solchen Maske inklusive kräftigem Redebeitrag beschwerlicher ist, als man es sich denken kann.

Die Gegendemonstranten ließen Ihrem typischen Vokabular freien Lauf, wobei mehr auf Lautstärke gesetzt wurde als auf sachlichen Inhalt. Um genau zu sein, lag der sachliche Inhalt eher bei 0% und die Lautstärke bei 90%. Die restlichen 10% setzten sich aus Mittelfinger- und anderen Drohgebärden zusammen.

Nach meinem Beitrag zum Grundgesetz haben etwa zwölf anwesende Mitglieder jeweils einen Artikel nacheinander aus diesem vorgelesen.  Das war für alle Beteiligten ein großartiger Moment, zeigte es doch allen „Zuschauern“, dass wir als Gemeinschaft hier in Osnabrück angetreten sind und der Zusammenhalt bei uns vorhanden ist.

Nach dem Vortragen übernahm Waldemar Herdt das Wort. Er richtete sich insbesondere an die Demonstranten und begann seine Rede über das Grundgesetz. Er verwies auf einige Punkte darin, die mittlerweile von anderen Regelungen teilweise außer Kraft gesetzt worden sind.

Das Grundgesetz war und ist in seiner ursprünglichen Fassung sehr gut. Jedoch wird heutzutage versucht, an allen Ecken und Enden an diesem herumzumanipulieren.

Nach einiger Zeit machte Waldemar Herdt eine kleine Pause. Diese Gelegenheit nutze ich, um die Gegendemonstranten zu einem Gespräch mit uns einzuladen. Ein solches hätte denen Aufschluss über unsere Denkweise geben können, und wir hätten die Möglichkeit gehabt, deren Beweggründe näher zu verstehen. Selbstverständlich wurde das Angebot von den Krawallmachern nicht angenommen.

Auch haben noch zwei weitere Mitglieder kurz das Wort ergriffen, um Ihre Meinung gegenüber den Demonstranten und anderen Anwesenden mitzuteilen. Interessant war das Auftreten eines älteren Herren, der KEIN Mitglied der AfD ist. Dieser hatte einige Worte direkt an die Demonstranten gerichtet und ihnen mit gutgewählten Worten den Spiegel vors Gesicht gehalten.

Nachdem Waldemar Herdt den zweiten Teil seines Redebeitrages beendet hatte, konnten wir den Worten von Harm Rykena lauschen. Dieser hatte sich aber kurzfristig entschieden, nicht zu den Demonstranten zu sprechen, sondern eher zu den Teilnehmern der Veranstaltung.

Alle Beteiligten wandten sich von den Demonstranten ab und lauschten den Worten von Harm Rykena.

Da wir den Infostand direkt an einem Weg aufgebaut hatten, der sich auf der anderen Seite der Demonstranten befand, hatten sich vereinzelte Passanten getraut, eines unserer Grundgesetze mitzunehmen. Durch die Einschüchterungsversuche der Störer waren es nicht viele, doch wir konnten einige verschenken.

Zum Abschluss hatten sich alle Beteiligten für ein Gruppenfoto vor dem Infostand versammelt. Dieser Moment versetzte die Demonstranten etwas in Rage, da wir den Mindestabstand nicht eingehalten hatten. Das sahen wir eher mit Humor, denn so konnten wir mit einem gewollten Verstoß gegen die Auflagen der Stadt auch noch für einen kleinen Moment unseren Protest zum Ausdruck bringen. Direkt im Anschluss verkündete ich gegen 14:30 Uhr das Ende der Veranstaltung.

Besonders überrascht sind wir von dem vor kurzem von der NOZ veröffentlichten Artikel zum heutigen Tage. Inhaltlich wurde das wiedergegeben, was tatsächlich geschah. Es wurde geschrieben, dass wir das Grundgesetz verteilen wollten und es dafür einen Gegenprotest gab. Dieser Inhalt spiegelt doch einiges wider.

Außerordentlich positiv überrascht sind wir über den NDR-Bericht bei „Hallo Niedersachsen“. Hier wurden wir kurz mit unserer Aktion gezeigt und auch ein kurzer Einblick in das, was geschehen ist. Kein einziges negatives Wort über uns. Lediglich die Fakten wurden benannt.

Hier der Link (ab min. 8.40): https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-Niedersachsen,sendung1029820.html

Alles in allem war es ein relativ guter Tag für die AfD Osnabrück. Wir konnten viele Erkenntnisse sammeln, und haben situationsbedingt vieles dazulernen können. Wir werden demnächst über weitere Aktion debattieren und auch Ideen zur Verbesserung besprechen, die uns bei der Umsetzung der Grundgesetz-Aktion aufgefallen sind, um sie bei den kommenden Projekten umsetzen zu können.

Zum Abschluss möchte ich mich im Namen des gesamten Vorstandes bei allen Beteiligten recht herzlich bedanken. Wir haben zusammen den Platz hergerichtet und gemeinsam (mit den Vorlesern) die Kundgebung für unser Grundgesetz gestaltet. Die Beteiligten haben Schilder und Banner gehalten und am Ende haben alle mitgeholfen, sämtliche Sachen wieder abzubauen.

Der heutige Tag hat uns allen gezeigt, wenn wir gemeinsam ein Projekt angehen, dann können wir großes umsetzten.

Ich habe mich mit den Worten „Wir kommen wieder“ bei den Demonstranten verabschiedet. Und ich verspreche Ihnen, wir werden wiederkommen!!

Florian Meyer, Kreisvorsitzender AfD Osnabrück