Samstag, 18.01.2020

Sehr geehrter Herr Fays,

hiermit nehme Ich Bezug auf Ihren Kommentar vom 16.01.2020, 19.12 Uhr, sowie Ihren Artikel vom 16.01.2020, 15.59 Uhr.

Es ist immer wieder eindrucksvoll, Ihre Artikel zu studieren, nachdem vorher ein höfliches und sachliches Telefonat stattgefunden hatte.

Ihr Kampagnenjournalismus ist in der Tat interessanter zu lesen als Bücher des Samuel Langhorne Clemens. Allerdings ohne die humoristischen Aspekte.

So schreiben Sie über eine aktuelle Situation der AfD Osnabrück und beenden diesen Artikel mit einem negativen Aspekt, der allerdings in der Vergangenheit liegt und nicht gegenwartsnah ist.

Wenn Sie einen Artikel über Joseph Martin (der sog. „Joschka“) Fischer verfassen würden, würden Sie ihn dann mit den Worten beenden: „Fischer fiel auf, da er Häuser besetzte, Steine warf und einen Polizisten verprügelt hat“ ?

Natürlich würden Sie das niemals machen. Warum? Weil es in der Vergangenheit liegt und wir als zivilisierte Gesellschaft nicht ständig auf Fehler der Vergangenheit „rumhacken“, nur um jemanden weiterhin als „schlecht“ darzustellen. Außer es ist gewollt.

Anders sieht das aus, wenn ein Jemand sich für die AfD engagiert. Dann, aber nur dann, muss natürlich der Leser immer und immer wieder daran erinnert werden, dass mal etwas nicht ganz systemkonform gewesen ist. Diese Information wird stets am Ende des Artikels platziert, denn wie bei einem Vortrag heißt die Devise: das Wichtigste kommt zum Schluss. Vollumfänglich bleibt beim Leser/Zuhörer das Ende in fester Erinnerung.

Die Wortwahl in Ihren Artikeln weist Manipulation auf. So benutzen Sie z.B. gerne den Begriff „Rechtspopulisten“. Ein seriöser und der journalistischen Sorgfalt folgender Redakteur berichtet, worum es geht, damit der Leser sich seine Meinung bilden kann. Sie dagegen geben diese Meinung versteckt bzw. auch offen vor. Sie bezeichnen uns als Rechtspopulisten und der Leser bekommt unbewusst diese subjektive Einschätzung aufgezwängt. Wenn das so in der Zeitung steht, dann ist das auch richtig so….

Das ist für einen Reporter eines monopolistischen Presseunternehmens natürlich einfach, einen politisch engagierten Bürger und auch eine sich um das Bürgerwohl kümmernde Partei zu desavouieren. Es gibt ja gegen tendenziöse Elaborate keinen Widerspruch. Und die ethische Verpflichtung zur journalistischen Sorgfaltspflicht ist dann auch nicht mehr so wichtig.

Schreiben Sie objektiv für eine Zeitung oder gegen eine Partei? Wollen Sie informieren oder indoktrinieren?

Ich bin in der Vergangenheit bei unzähligen Veranstaltungen und Demonstrationen gewesen. Immer in der ersten Reihe. Ich habe immer Kontakt zu der „Gegenseite“ gesucht. Dabei wurde ich in allerlei Variationen beschimpft. Alle möglichen Beleidigungen und Schimpfwörter wurden mir da zugerufen, doch Ihre Bezeichnung für mich, die ist neu.

„Naiv“ nannten Sie mich in Ihrem Kommentar.

An dieser Stelle möchte Ich Ihnen gerne etwas erklären. Als Vorsitzender eines Kreisverbandes (gleich welcher Partei) ist es meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Verband die Aufgaben erledigt, für die er gewählt und bestimmt worden ist. Wenn ich bemerke, dass etwas nicht funktioniert, dann werde ich nicht wegschauen, sondern das Problem erkennen und eine Lösung finden. Wenn diese Lösung erarbeitet wurde, werde ich diese auch umsetzen. Repressalien nehme ich dabei in Kauf, auch negative und falsche Bewertungen, wie die von Ihnen.

Dieses Verhalten ist keineswegs naiv, sondern erfüllt genau das, was von einem jeden in meiner Position  erwartet wird.  Jede andere Handlunsweise wäre naiv und unangebracht.

Florian Meyer

Kreisvorsitzender AfD Osnabrück

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1977856/kreisvorstand-der-afd-osnabrueck-will-schon-wieder-zuruecktreten

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1978061/diese-afd-ist-keine-alternative-fuer-osnabrueck